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Digitalisierung Baubranche: Statistiken und Trends (2025)

05.03.2025 | 19 min Lesedauer | Written by Johannes Heinrich

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Die Digitalisierung der Baubranche schreitet voran. Doch mit welchen Trends und Technologien können Bauunternehmen im Jahr 2025 rechnen und warum sollten Sie die aktuellen Entwicklungen nicht verpassen? Wir betrachten Statistiken und stellen 12 aktuelle Trends vor, die das Bauen 4.0 möglich machen und die Baustelle in naher Zukunft prägen werden.

Digitalisierung der Baubranche - Höhe der Investitionen in Technologien in den letzten drei Jahren

Fakten zur Digitalisierung der Baubranche

Die Digitalisierung im Bauwesen (auch Bauen 4.0 genannt) nimmt Fahrt auf, wie die PlanRadar-Studie zur Digitalisierung im Bau- und Immobiliensektor bestätigt. Der obenstehende Chart zeigt, wie 3.000 befragte Personen aus dem Baugewerbe die Investitionen ihrer Unternehmen in den letzten drei Jahren einschätzen. 

Die wichtigsten Fakten zur Digitalisierung in der Baubranche 2025:

  • Dank seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten steigt die Nutzung von KI-Tools auch in der Baubranche stark an. Im Rahmen einer Studie gaben 74 Prozent aller befragten Unternehmen an, KI in einer oder mehreren Bauphasen einzusetzen. Ganze 84 Prozent gaben an, damit zu rechnen, in den nächsten fünf Jahren Ihre Investitionen in KI zu erhöhen.
  • Hindernisse für die Digitalisierung sehen Bauunternehmen der selben Studie in fehlenden Mitarbeiter:innen-Kompetenzen (32 Prozent), Schwierigkeiten bei der Integration neuer Technologien (27 Prozent) und anderen technischen Herausforderungen (26%). Eine Studie von PwC kommt ebenfalls zum Schluss, dass fehlendes Mitarbeiter-Know-how das größte Hindernis der Digitalisierung auf deutschen Baustellen ist. 
  • Der Einsatz von Robotik nimmt stetig zu. Automatisierte Systeme übernehmen repetitive Arbeiten wie Mauern, Schweißen oder Materialtransporte. Unternehmen setzen zunehmend auf Robotik, um Kosten zu senken und Bauzeiten zu verkürzen.
  • Moderne Baustellen setzen verstärkt auf digitale Überwachungssysteme, Drohnen für Inspektionen und Virtual-Reality-Trainings. Sensoren erfassen Risiken in Echtzeit, während kollaborative Roboter gefährliche Arbeiten übernehmen.
  • Obwohl Bauunternehmen die Chancen digitaler Technologien erkennen, fehlt es an Umsetzung. Besonders bei IoT, Simulationen und BIM bleibt die Kluft zwischen Potenzial und tatsächlichen Fähigkeiten groß. Digitale Lösungen werden in Vergabeverfahren immer seltener nachgefragt, was die Innovationsgeschwindigkeit weiter verlangsamt.

 

Wie die folgende Grafik verdeutlicht, ist die Einführung neuer Technologien häufig eine Herausforderung – der DACH-Raum schneidet dabei vergleichsweise gut ab.

  • Die Bereiche Energieeffizienz und erneuerbare Energien (26 Prozent), BIM und  Bausoftware (jeweils 19 Prozent) sahen den höchsten Anteil an großen Investitionen. Diese drei Bereiche waren auch bei den durchschnittlichen Investitionen am stärksten vertreten.
  • Ein anderes Bild zeigt sich in den Bereichen VR und AR (6 Prozent) sowie 3D-Druck, Robotik und K.I. (jeweils 5 Prozent), die vergleichsweise geringe Anteile an großen und durchschnittlichen Investitionen über die letzten drei Jahre verzeichnete.  

 

Jedoch sind nicht nur die verfügbaren Mittel ein entscheidender Faktor, wenn es um die Digitalisierung im Bauwesen geht. Wie der folgende Chart zeigt, stellt auch die Implementierung neuer Technologien oft eine Herausforderung dar, wobei der DACH-Raum verhältnismäßig gut abschneidet.

Digitalisierung im Bauwesen - Implementierung neuer Technologien oft schwierig

Laut einer Studie von PwC stockt die Digitalisierung in der deutschen Baubranche, wobei aber 45 Prozent der Befragten den Digitalisierungsgrad im Bauwesen als hoch ansehen. Fest steht jedoch: Wer nicht in neue Technologien investiert, gefährdet mittelfristig seine Wettbewerbsfähigkeit.

Digital am Bau – was bringt es?

Der Einsatz neuer Technologien auf der Baustelle bietet viele Vorteile. Grundlegend geht es bei der Digitalisierung um die Steigerung von Effizienz. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Ein Beispiel aus der Praxis: Auch wenn mit größter Sorgfalt gearbeitet wird, lassen sich Baumängel bei den meisten Bauprojekten nicht vermeiden. Denn werden Informationen mit Stift und Papier erfasst, per Telefon und E-Mail an andere Personen übermittelt bietet das viel Raum für Fehler. Die Folgen sind erhöhter Zeitaufwand und steigende Kosten.

Durch die Digitalisierung von Prozessen werden diese Prozesse schneller, sicherer und transparenter. Zudem ist der Einsatz neuer Technologien auch ein Thema der Wettbewerbsfähigkeit. Innovationen im Bauwesen verändern die Baustelle, steigern den Gewinn und tragen dazu bei, Projektausschreibungen zu gewinnen. Denn es sind Innovationen, die wirtschaftliche Vorteile bringen und die Wettbewerbsfähigkeit eines bestimmten Bauunternehmens steigern und letztendlich auch die Kundenwünsche mit maximaler Effizienz umsetzen.

Von neuen Technologien am Bau profitieren auch andere

Das Wachstum von Städten und deren Bevölkerung sowie Kommunikations-Optionen im Zeitalter von Big Data, das Wachstum von Volkswirtschaften und das Wohlergehen der Menschen haben die Bauindustrie zu einer dynamischeren Integration von Lösungen in den Bereichen Innovation und Technologie angeregt. Daher werden neue Bautechnologien weltweit aktiv gefördert und eingesetzt.

Diese 12 Trends treiben die Digitalisierung der Baubranche voran

In den letzten Jahren ist die Zahl digitaler Lösungen für Bauprojekte rasant gewachsen. Die folgenden Entwicklungen werden die Digitalisierung der Baubranche in den kommenden Jahren besonders stark prägen.

1. Bausoftware als Eckpfeiler der Digitalisierung der Baubranche

Das obenstehende Video zeigt, wie die ECE Group beim Bau eines Logistikzentrums vom Einsatz von Bausoftware profitierte. Lösungen wie PlanRadar werden von Bau- und Immobilienunternehmen aller Größen für verschiedene Aufgaben eingesetzt: Mängelmanagement, Baudokumentation, Reporting, Abnahmen, Bestandsaufnahmen, Beweissicherung, Due-Diligence, Zertifizierungen, oder zur Aufgabenzuweisung.

Diese Tätigkeiten macht Bausoftware leichter & effizienter:

  • Dokumentation von Sachverhalten am Bau: Baufehler, offene Leistungen oder andere Informationen werden auf digitalen Plänen oder in mehrdimensionalen Modellen verzeichnet. Die Informationen zu jedem Sachverhalt können je nach Wunsch oder Anforderung als Text, Sprachnotiz, Bild und Video gespeichert werden. Der Vorteil: Alle Fakten sind gebündelt an einem Ort auffindbar und miteinander verknüpft.
  • Übermittlung von Informationen an Mitarbeiter:innen und Projektbeteiligte: Mittels Bausoftware erfolgt der Datenaustausch mit relevanten Personen in Echtzeit. Daten werden schnell, sicher und transparent übermittelt und lassen sich einfach nachverfolgen.
  • Auswertung von Daten: Softwarelösungen bieten umfassende Möglichkeiten zur Auswertung der erfassten Daten an. So lassen sich Probleme, Trends und Muster auf einen Blick erkennen.
  • Vereinfachtes Berichtswesen: Informationen lassen sich auf Knopfdruck in vollständigen Berichten zusammenführen und exportieren. Lange Nachbearbeitungszeiten im Büro entfallen somit.

 

Das Zukunftspotential von Bausoftware:

Bausoftware wird zunehmend unverzichtbar, um Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu verbessern. Während Automatisierung und digitale Werkzeuge Bauzeiten verkürzen und Fehler reduzieren, bleibt die Implementierung neuer Technologien eine Herausforderung. Besonders der Fachkräftemangel bremst Fortschritte – 82 Prozent der Unternehmen fehlt Know-how zur Digitalisierung. Dennoch wächst die Nachfrage nach digitalen Lösungen wie beispielsweise Projektmanagement-Tools, welche heute von 53 Prozent aller Unternehmen eingesetzt wird.

LESETIPP: Wie Sie mit der Bausoftware PlanRadar am Bau die Effizienz steigern

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2. Roboter auf der Baustelle

Auch autonome Maschinen am Bau versprechen mehr Effizienz. Ob humanoide Roboter oder selbstständig agierende Fahrzeuge – aktuell gibt es im Bereich der Robotik einige vielversprechende Entwicklungen.

Das sind die Vorteile von Robotern im Bauwesen:

  • Schnellere Abläufe auf der Baustelle: Roboter führen Prozesse schneller und mit größerer Genauigkeit aus als Menschen. Richtig eingesetzt können die Maschinen Routine-Abläufe somit wesentlich effizienter gestalten. Das gibt den menschlichen Kräften am Bau Zeit, sich auf andere Aufgaben zu konzentrieren.
  • Geringeres Verletzungsrisiko: Vor allem bei sich wiederholenden Tätigkeiten steigt die Gefahr vor Verletzungen am Bau. Roboter werden nicht müde und können auch in Gefahrenzonen zum Einsatz kommen.
  • Weniger Personalkosten: Durch die Digitalisierung der Baubranche sollen auch Kosten gespart werden. Durch den Einsatz von Robotern lassen sich bestimmte Projektphasen schneller abschließen als mit menschlichen Kräften.

 

Da Zukunftspotential von Robotern am Bau:

Besonders im Wirtschafts-Tiefbau wächst die Nachfrage nach Robotik-Anwendungen, während der Hochbau weiterhin mit hohen Kosten kämpft. Trotz großer Potentialen werden digitale Lösungen in Vergabeverfahren selten berücksichtigt, was den Fortschritt hemmt. 

Infrastrukturprojekte treiben jedoch die Automatisierung voran. Langfristig könnten Exoskelette, Drohnen und autonome Baumaschinen Standard werden – vorausgesetzt, Investitionen, Fachkräfte und klare gesetzliche Rahmenbedingungen unterstützen diese Entwicklung.

LESETIPP: Diese Roboter auf der Baustelle sind schon Realität

3. Künstliche Intelligenz und Big Data treiben Digitalisierung der Baubranche voran

Künstliche Intelligenz (KI) beschreibt das “Verhalten” einer Maschine, bestimmte Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden. Dies umfasst das Lösen von Aufgaben und Problemen, Erkennen von Bildern, Objekten und vieles mehr. Es gibt ein spezielles Teilgebiet der K.I. – machine learning (maschinelles Lernen), das auf der Erhebung statistischer Daten basiert, auf deren Grundlage Schlussfolgerungen gezogen werden.

Die Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz wirken momentan exponentiell. Mit dem Eintritt von KI in den Mainstream beginnt sich auch die Baubranche vermehrt mit der Thematik auseinanderzusetzen. Technologien wie KI und maschinelles Lernen treiben die Branche voran, indem sie Sicherheit, Produktivität, Qualität und andere wichtige Aspekte verbessern. KI übernimmt monotone Aufgaben und unterstützt bei Planung und Design, was den Mitarbeitenden ermöglicht, ihre Expertise und Kreativität zu verfeinern.

Außerdem hilft KI, Arbeitsabläufe zu optimieren und informierte Prognosen zu erstellen. Sie kann Risiken erkennen, bevor sie eintreten, und unterstützt so eine proaktive Arbeitsweise. Innovative KI-Anwendungen reichen von verbesserten Designqualitäten über erhöhte Baustellensicherheit bis hin zur Risikobewertung und Prozessoptimierung.

Das bringt Künstliche Intelligenz bei Bauprojekten:

  • Probleme rascher identifizieren und aufzeigen: Wenn ein Mensch Projektbilder auf Auffälligkeiten überprüft, dauert das. Eine trainierte K.I. durchforstet tausende Bilder innerhalb von Sekunden, und identifiziert so zum Beispiel dunkle Flecken auf Wänden, die auf einen Schaden hindeuten können. Entsprechende Datenmengen vorausgesetzt kann eine künstliche Intelligenz am Bau verschiedenste Daten nach bestimmten Mustern durchsuchen und im Bedarfsfall Menschen in Kenntnis setzen.
  • Künstliche Intelligenz als Unterstützung oder Grundlage für andere digitale Lösungen am Bau: Der Einsatz autonomer Maschinen setzt Software zur Steuerung voraus. Damit selbstfahrende Bulldozer keine Gefahr darstellen, muss die Software einwandfrei funktionieren und Muster richtig erkennen. Machine Learning schafft hier Abhilfe.

 

Das Zukunftspotenzial von künstlicher Intelligenz auf der Baustelle:

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Bauwirtschaft auch 2025 nachhaltig. Besonders eindrücklich zeigt dies eine neue Studie. Bereits 74 Prozent der Unternehmen setzen KI in Bauprojekten ein, besonders in Entwurf (48 Prozent) und Planung (42 Prozent). Die Investitionen steigen – 84 Prozent der Unternehmen planen in den nächsten fünf Jahren eine Erhöhung. 

Allerdings hemmen auch hier fehlende gesetzliche Vorgaben und unzureichendes Fachwissen die breite Umsetzung. Während KI-gestützte Planungstools Bauzeiten verkürzen und Fehler reduzieren, bleibt die Nutzung im operativen Bauprozess ausbaufähig.

LESETIPP: Welche Prozesse mit K.I. am Bau zukünftig effizienter erfolgen

4. BIM – Building Information Technology

Eine PlanRadar-Studie ergab, dass rund 70 Prozent der deutschen Bauunternehmen BIM (Building Information Modeling) in unterschiedlichen Graden einsetzen. BIM zählt somit zu den wichtigsten Treibern bei der Digitalisierung im Bauwesen. Die Technologie beinhaltet nicht nur die virtuelle Modellierung eines Gebäudes, sondern eine umfassende digitale Darstellung der physischen und funktionalen Eigenschaften eines Objekts. BIM berücksichtigt nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Ausrüstung, das Management, den Betrieb eines Objekts, inklusive Wartung und Instandhaltung. Somit deckt die Technologie die den gesamten Lebenszyklus eines Objekts ab. Alle für das Objekt relevanten Komponenten und Nuancen im Design werden notwendigerweise berücksichtigt und in einem Projekt berücksichtigt. Wenn ein Element oder eine Ergänzung entfernt oder ersetzt wird, wird das gesamte Modell mit dieser Korrektur neu berechnet.

So fördert BIM die Digitalisierung der Baubranche:

  • Einfacherer Visualisierung von Projekten: Mit BIM können Anwender:innen Projekte planen und visualisieren, bevor die ersten Arbeiten auf der Baustelle beginnen. Raumnutzungssimulationen und 3D-Visualisierungen geben Nutzer:innen einen besseren Einblick in ein Gebäude, so dass bei Bedarf einfacher Änderungen vorgenommen werden können.
  • Flexibilität bei Prozessen: Bei jedem Bauvorhaben kommt es zu Designänderungen. BIM ermöglicht eine bessere Überwachung dieser Änderungen, wodurch es sehr einfach ist, zu einem früheren Entwurfsmodell zurückzukehren, wenn bei einem neuen Entwurf ein Fehler angezeigt wird.
  • Nutzbarkeit über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg: Einmal im Modell erfasste Daten lassen sich dauerhaft hinterlegen, so dass Änderungen, bestimmte Entwicklungen, oder erfolgte Maßnahmen im Objekt auch im Nachhinein schnell nachvollzogen werden können.

 

Die BIM-Technologie reduziert:

  • Materialkosten
  • Fehlerquoten
  • Zeitaufwand

 

Das Zukunftspotenzial von BIM im Bauwesen:

Building Information Modeling (BIM) bleibt eine der wichtigsten digitalen Technologien im Bauwesen, doch ihr Potenzial wird noch nicht vollständig ausgeschöpft. 69 Prozent der Unternehmen nutzen BIM bereits, vor allem in der Planungs- und Bauphase. Durch präzise digitale Modelle können Bauzeiten verkürzt, Fehler reduziert und Kosten gesenkt werden. Zudem erleichtert BIM die Integration von Nachhaltigkeitsstrategien und optimiert Materialeinsätze. Bürokratische Hürden und geringes Know-How bremsen die Verbreitung.

5. 3D-Druck auf der Baustelle

Beim 3D-Druck am Bau werden Schichten aus Materialien wie Zement oder Kunststoff verklebt, um Gebäude zu errichten. Die Möglichkeit, Mauern und andere Gebäudeteile von Maschinen fertigen zu lassen, wird von Bauunternehmen mit Interesse betrachtet.

Das alles ist mit 3D-Druck im Bauwesen möglich:

  • Schnellere Errichtung von Gebäuden und Gebäudeteilen: Sofern die Materialien für den Fertigungsprozess vorhanden sind, können 3D-Drucker ohne Unterbrechung an der Herstellung eines Gebäudes arbeiten.
  • Weniger Materialverbrauch: Ein Hauptargument für die Digitalisierung der Baubranche ist die Effizienzsteigerung. Dazu zählt auch die Vermeidung von Abfällen. Durch den Einsatz von 3D-Druckern lässt sich der Materialverbrauch exakt berechnen und steuern, wodurch sich große Kosteneffizienzen erzielen lassen.
  • Ausgefallene Designmöglichkeiten: Im Gegensatz zu konventionellen Baumethoden ermöglicht die Technologie die Umsetzung von organischen Formen, wodurch sich ausgefallene Objekte verwirklichen lassen.

 

Das Zukunftspotential des 3D-Drucks am Bau:

Dem 3D-Druck von Beton wird eine besondere Zukunft prognostiziert. Es gibt bereits nachhaltige und skalierbare Lösungen für die konkrete 3D-Modellierung verschiedener Objekte (z.B. BAM, Zentrum für 3D-Druck von Betonbauelementen in den Niederlanden). Mit Hilfe dieser Technologie können ganze Wohnhäuser zeiteffizient und optimal ausgerichtet in kurzer zeit erstellt werden.

Vorläufig wird jedes Jahr eine nur geringe Anzahl an Gebäuden mit Hilfe des 3D-Druck-Verfahrens errichtet. Vielen Unternehmen scheint der Einsatz der Technologie auf der Baustelle als zu umständlich. Darum ist wahrscheinlich, dass die Technologie in Zukunft weniger direkt vor Ort, sondern in der Vorfertigung von Gebäudeteilen zum Einsatz kommen wird.

LESETIPP: Das sind die Vorteile 3D-Druck im Bauwesen

Digitalisierung der Baubranche durch IoT - Internet of Things auf der Baustelle

6. IoT – Internet of Things

Das Internet of Things (IoT) bietet am Bau verschiedene Vorteile. Mit dem Internet verbundene Geräte und Sensoren erfassen Daten über Aktivitäten, Leistungen und Bedingungen auf der Baustelle und senden sie an eine zentrale Plattform. Das ermöglicht die Auswertung umfassender Datensätze, woraus sich Rückschlüsse auf den Projektstatus und andere Faktoren ziehen lassen.

IoT-Lösungen verbessern die Sicherheit auf Baustellen durch Anwendungen wie:

  • smarte Wearables, die die Vitaldaten der Arbeiter:innen überwachen
  • Sensoren
  • Drohnen
  • RFID-Tags, welche Arbeitsabläufe optimieren
  • Intelligentes Materialmanagement

 

Studien zeigen, dass Baufirmen, die BIM nutzen, eine gesteigerte Produktivität und weniger Fehler verzeichnen. Allerdings gibt es auch Herausforderungen für das IoT in der Baubranche. Insbesondere sind hier Cybersecurity-Risiken und die begrenzte Anwendung von Robotertechnologien zu nennen.

Dafür wird IoT am Bau eingesetzt:

  • Besseres Management der verfügbaren Ressourcen: Durch den Einsatz von IoT-Lösungen lassen sich Geräte einfach lokalisieren und ihre Verbräuche lückenlos überwachen. Die Koordination der Bauabläufe wird somit einfacher und präziser.
  • Erhöhte Baustellensicherheit: Von Arbeiter:innen getragene Sensoren senden in Echtzeit Berichte und können im Notfall oder bei Gefahr im Verzug Signale senden.
  • Wartungsbedarfe werden automatisch erfasst und an die verantwortlichen Personen weitergeleitet: Geräte setzen Anwender:innen und Verantwortliche davon in Kenntnis, wenn zum Beispiel eine zuvor definierte Zahl von Betriebsstunden überschritten wurde, oder wenn ungewöhnliche Vibrationen auftreten. So können Maßnahmen zur Wartung und Instandhaltung getätigt werden, bevor es zum Ausfall kommt.
  • Vereinfachte Dokumentation und Berichtserstellung: Da Sensoren Daten zu verschiedenen Sachverhalten auf der Baustelle automatisch senden, müssen Sie nicht umständlich von Hand erfasst werden. Die erfassten Informationen können von Softwarelösungen zu Dokumentationszwecken oder für die Erstellung von Berichten automatisch weiterverarbeitet werden.

 

Das Zukunftspotential von IoT in der Baubranche:

In den nächsten Jahren könnte sich der Markt auf das Drei- bis Vierfache vergrößern. Die Studie “IoT in Construction Market by Application” von Allied Market Research geht bis 2031 von einem Anstieg des Marktvolumens auf 44,2 Milliarden Dollar aus. Die jährliche Wachstumsrate des IoT im Bauwesen wird auf 14,6 Prozent beziffert. 

Trotz Herausforderungen bietet der wachsende IoT-Markt dem Bauwesen zahlreiche Vorteile und genießt damit eine steigende Popularität. Während auch im DACH-Raum ein Anstieg des Wachstums erwartet wird, findet die Implementierung vor allem im asiatischen Raum besonders rasant statt.

LESETIPP: Das alles kann IoT am Bau

7. Drohnen auf der Baustelle

Drohnen haben sich in den letzten Jahren als fliegende Helferinnen am Bau etabliert. Ihr Einsatz lohnt sich vor allem dann, wenn Informationen an für Menschen schwer zugänglichen Orten schnell erfasst werden sollen.

Dafür werden Drohnen bei Bauprojekten eingesetzt:

  • Inspektionen des Baugeschehens: Ob bei Brücken, Hochhäusern, oder anderen Projekten – überall dort, wo Menschen schwer oder nur unter großem Aufwand gelangen können, verschaffen Drohnen einen raschen Überblick über den Stand der Dinge.
  • Visualisierung und Überwachung des Baufortschritts: Auf Baustellen erfolgen tägliche Veränderungen. Mittels Überwachung aus der Luft lassen sich die wechselnden Standorte von Geräten, Materialien sowie andere Fakten problemlos nachverfolgen.
  • Vermessung von Baustellen: Mittels Drohnenvermessung lassen sich Informationen zur Größe von Arealen, Aushubvolumen und mehr viel schneller erfassen, als vom Boden aus.

 

Das Zukunftspotential von Drohnen im Bauwesen:

Drohnen werden zukünftig eine noch größere Rolle in der Bauindustrie spielen. Ihr Einsatz in Inspektionen, Bauüberwachung und Sicherheitsmanagement nimmt stetig zu. Besonders im Tiefbau und bei Infrastrukturprojekten bieten sie erhebliche Vorteile. Während 77 Prozent der Unternehmen bereits digitale Tools in Bauprojekten nutzen, ist die Integration von Drohnen in standardisierte Prozesse noch ausbaufähig. Investitionen in Automatisierung steigen, doch fehlende gesetzliche Vorgaben und standardisierte Richtlinien verlangsamen die Verbreitung.

LESETIPP: Drohnen auf der Baustelle – der große Leitfaden

8. Cloud-Lösungen und mobile Technologien als Grundlage für die Digitalisierung der Baubranche

Die Arbeit mit BIM-Modellen setzt die Einbeziehung von Cloud-Diensten für den Datenaustausch und Echtzeitinformationen voraus. Clouds können eine Vielzahl segmentierter Informationen und Tools enthalten, von Software für Architekt:innen bis hin zu Projektmanagementsystemen, die jeder Projektteilnehmer:in jederzeit über ein mobiles Gerät zur Verfügung stehen – eine direkte Kommunikation für eine optimierte Zusammenarbeit wird somit bewerkstelligt.

Cloud-Dienste bieten und ermöglichen:

  • Hohe Mobilität: Auf alle Informationen kann von jedem Gerät mit Internetverbindung zugegriffen werden.
  • Die Menge der in der Cloud gespeicherten Informationen ist nicht begrenzt: Ebenso wenig wie die Rechenleistung der Server, auf denen die Daten gespeichert sind.
  • Skalierung entsprechend den Anforderungen des Bauprojekts: Flexibel an die Anforderungen angepasst, bei gleichbleibender oder gesteigerter Produktivität.
  • Erschwingliche Services: Der Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur ist wesentlich kostenintensiver als die Verwendung eines Cloud-Service-Providers.
  • Sofortiger Zugriff auf die Informationen aller Projektteilnehmer:innen.
  • Unkomplizierte Zusammenarbeit und Kommunikation in Echtzeit.
  • Verwaltung mehrerer Baustellen ohne Qualitätsverlust. die Möglichkeit, mehrere Baustellen ohne Verlust der Qualitätskontrolle zu verwalten – die Cloud hilft bei der Synchronisation.

 

Das Zukunftspotenzial von Cloud-Lösungen und mobilen Technologien im Bauwesen:

Die Nutzung von Cloud-Plattformen wird weiter steigen, da Bauunternehmen zunehmend Echtzeit-Datenmanagement benötigen. Mobile Technologien könnten den papierbasierten Bauprozess (72 Prozent der Unternehmen nutzen weiterhin Papier) endgültig ablösen. 

Langfristig könnten mobile Lösungen und Cloud-Technologien standardisiert werden, wodurch Bauprojekte effizienter, nachhaltiger und transparenter werden.

9. Virtuelle und erweiterte Realität

VR und AR fristen im Bauwesen noch ein Nischendasein. Dennoch haben diese Technologien großes Potenzial. Virtuelle Realität (VR) erlaubt es, in einer 3D-Darstellung durch zukünftige Gebäude zu navigieren. Dies verändert grundlegend, wie Bauprojekte präsentiert und wahrgenommen werden.

Zusätzlich spielt die sogenannte erweiterte Realität (AR) eine immer wichtigere Rolle. AR fügt der echten Welt digitale Elemente hinzu, um Designkonzepte zu vervollständigen. Dies ermöglicht es, Änderungen direkt vor Ort zu visualisieren und verbessert die Entscheidungsfindung. Beide Technologien bringen Effizienz und Genauigkeit in den Planungsprozess. Fehler lassen sich früher erkennen und korrigieren, was Zeit und Kosten spart. Darüber hinaus wird die Kommunikation zwischen den Beteiligten verbessert. VR und AR sind nicht nur praktische Werkzeuge, sondern auch ein Schritt hin zu nachhaltigerem Bauen, indem sie helfen, Ressourcen zu schonen und Abfall zu reduzieren.

Mit dieser Technologie:

  • Testen Sie die Machbarkeit neuer Designs
  • Verfolgen Sie den Arbeitsfortschritt
  • Identifizieren Sie Mängel und Probleme schon in frühen Phasen
  • Besitzen Sie ein praktisches Werkzeug vor Ort zur Abklärung komplexer Strukturen

 

Das Zukunftspotential von VR UND AR im Bauwesen:

Die Digitalisierung könnte 35 Prozent der Unternehmen Einsparungen in sechsstelliger Höhe bringen, was AR-gestützte Effizienzsteigerungen attraktiver macht. VR und AR dürften daher in den nächsten Jahren verstärkt zur Schulung von Fachkräften und Sicherheitskontrollen eingesetzt werden. Simulationen ermöglichen eine präzisere Bauplanung, was Materialeinsparungen und Kostenreduktionen begünstigt. 

In Verbindung mit BIM und Cloud-Plattformen könnte AR die Echtzeit-Kollaboration auf Baustellen revolutionieren. Unternehmen, die in diese Technologien investieren, profitieren langfristig durch effizientere Bauprozesse und eine höhere Planungsgenauigkeit.

10. Digitaler Zwilling

Bei digitalen Zwillingen im Bauwesen handelt es sich um virtuelle Kopien physischer Objekte – von einzelnen Gebäuden bis hin zu ganzen Städten. Diese Technologie geht Hand in Hand mit BIM. Die Technologien teilen sich gemeinsam Elemente. Der Hauptunterschied zwischen ihnen besteht jedoch darin, dass der digitale Zwilling das Ziel hat, die Interaktion einer Person mit der Umgebung und einem Objekt zu simulieren. Ein virtueller Zwilling eines physischen Objekts gibt Auskunft über den aktuellen Status der erstellten Ökosysteme, Infrastrukturen und deren Auswirkungen auf Benutzer.

Das Computermodell integriert Informationen in eine einzige Umgebung, auf die jede und jeder zugreifen kann. Das BIM-Modell ist im Allgemeinen statisch, während sich der dynamische digitale Zwilling im Laufe der Zeit verändern kann. Zwillinge bieten die Möglichkeit, verschiedene Szenarien und Bedrohungen, wie z.B. die Auswirkungen von Naturkatastrophen oder Bränden oder den Wegfall  eines Elements mithilfe von Simulationen zu testen. Basierend auf dem BIM-Modell kann der digitale Zwilling diese Informationen durch die Integration verschiedener Informationsblöcke „erfahren“. Die Vorhersagefunktion des digitalen Zwillings ist also eine der wesentlichen Merkmale dieser Technologie. Mögliche Probleme oder ein genaues Verständnis darüber, dass das Objekt eventuell zu erwartenden Belastungen standhalten kann, ermöglichen es den Bauherren, Mehrausgaben zu vermeiden, Prozesse zu optimieren und Anpassungen in einem frühen Stadium vorzunehmen.

Zukunftspotenzial des Digitalen Zwillings im Bauwesen:

Digitale Zwillinge könnten Bauprozesse revolutionieren, indem sie Echtzeit-Datenanalysen ermöglichen und Ineffizienzen reduzieren. In Kombination mit BIM könnten sie die Fehlerquote senken und Materialeinsparungen fördern. Da 50 Prozent der Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen als nicht erfolgreich einstufen, könnte diese Technologie helfen, Ressourcennutzung zu optimieren. Investitionen steigen, doch fehlendes Know-how bremst die Umsetzung.

11. CRM-Systeme

Die Digitalisierung verändert nicht nur Bauprozesse, sondern auch die Kundenbeziehungen. Moderne CRM-Systeme (Customer Relationship Management) helfen Bauunternehmen, ihre Geschäftsstrategien datenbasiert zu optimieren, die Kundenbindung zu stärken und sich langfristig am Markt zu behaupten.

Effektives Customer Relationship Management basiert auf vier zentralen Aspekten:

  • Analytisches CRM nutzt Data-Mining, um Kundenverhalten zu analysieren und zukünftige Bedarfe vorherzusehen.
  • Operatives CRM automatisiert Prozesse wie Angebotsverwaltung und Kundenservice.
  • Kommunikatives CRM sorgt für eine zielgerichtete Ansprache über die bevorzugten Kanäle der Kundschaft.
  • Kollaboratives CRM erleichtert die Zusammenarbeit mit Partnern und Zulieferern, um Kundenanforderungen optimal zu erfüllen.

 

Der Einsatz von CRM-Systemen bringt Bauunternehmen zahlreiche Vorteile:

Höhere Effizienz durch automatisierte Kundenkommunikation und Projektverfolgung.
Bessere Kundenbindung durch personalisierte Angebote und präzisere Bedarfsanalyse.
Fehlerminimierung im Kundenservice, indem Schwachstellen frühzeitig erkannt werden.
Kosteneinsparungen, da Bestandskunden günstiger zu halten sind als Neukunden zu gewinnen.

Das Zukunftspotenzial von CRM-Systemen in der Baubranche:

CRM-Systeme werden für die Baubranche immer wichtiger. Sie ermöglichen nicht nur eine optimierte Kundenkommunikation, sondern auch eine bessere Abstimmung mit Geschäftspartnern und Zulieferern. Durch die Verknüpfung mit anderen digitalen Technologien – etwa KI-gestützten Prognosen oder BIM (Building Information Modeling) – eröffnen sich weitere Effizienzsteigerungen. Wer diese Potenziale nutzt, sichert sich langfristig Wettbewerbsvorteile und festigt seine Marktposition.

12. Modulares Bauen

Modulares Bauen ist ein zentraler Bestandteil der digitalen Transformation der Baubranche. Dank rechnergestützter Planung und industrieller Fertigung werden Gebäude aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt. Diese Bauweise entwickelt den Fertigbau konsequent weiter und bietet Bauunternehmen erhebliche Vorteile.

Die industrielle Produktion modularer Bauelemente ermöglicht:

Geringere Kosten pro Modul durch hohe Stückzahlen und automatisierte Fertigung.
Weniger Materialverschwendung, da präzise Berechnungen den Verschnitt minimieren.
Schnellere Bauzeiten, da Gebäude in wenigen Wochen errichtet werden können – eine Lösung für Wohnungsnot und fehlende Geschäftsflächen.

Trotz hoher Standardisierung bietet modulares Bauen vielfältige Anpassungsmöglichkeiten:

  • Individuelle Wahl von Boden- und Wandbelägen, Fenstern und haustechnischen Elementen
  • Maßgeschneiderte Lösungen für Privatkunden, Unternehmen und öffentliche Projekte
  • Anpassung an spezifische architektonische und funktionale Anforderungen

 

Das Zukunftspotenzial modularer Gebäude für die Baubranche:

Modulares Bauen wird die Baubranche maßgeblich prägen. Angesichts steigender Wohnraumnachfrage kann diese Methode schnelle und nachhaltige Lösungen bieten. Zudem lassen sich Module flexibel erweitern, zurückbauen oder anpassen.

Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine Schlüsselrolle: Unternehmen können Solaranlagen integrieren und umweltfreundliche Materialien für Fassaden, Böden und Möbel wählen. Auch Produktionsstandards profitieren – da die Fertigung witterungsunabhängig in Werkshallen erfolgt, wird die Qualitätssicherung optimiert und Baumängel reduziert.

Bauunternehmen, die das Potenzial der modularen Bauweise nutzen, sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile und treiben die Digitalisierung der Branche weiter voran.

LESETIPP: Modulares Bauen: Alle Fakten und Infos zum Zukunftstrend

Digitalisierung am Bau: Die Chance ergreifen

Ob der Einsatz von Bausoftware, 3D-Drucker am Bau, der Einsatz von Drohnen, Building Information Modeling (BIM), oder andere Technologien: Digitale Lösungen im Bauwesen sind 2025 auf dem Vormarsch. In jedem Fall sind Unternehmen aber gut beraten, wenn sie vor dem Griff zu einer neuen Technologie eine genaue Bedarfsanalyse durchführen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass auch jene Personen, die die Tools in der Praxis nutzen sollen, in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Nur so ist sicher, dass Arbeitsprozesse tatsächlich verbessert werden, so dass Unternehmen einer gesteigerten Produktivität sowie deutlichen Wachstumspotenzialen rechnen können.

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